12. Liricher Unternehmertreff

im Theater an der Niebuhrg


 

Mit dem Titel „Von Zechenruine zum Theatertempel“ hatte die Interessengemeinschaft Lirich e.V. zum 12. Liricher Unternehmertreff in das Theater an der Niebuhrg eingeladen. Vielleicht war es den vielen vorweihnachtlichen Verpflichtungen geschuldet, dass nur wenige Zeit und Lust hatten, aus 1. Hand zu hören, welche Herausforderungen es zu meistern galt und wie schwer es ist, einen Kulturtempel profitabel zu bewirtschaften.

 

Theatermacher Holger Hagemeyer war in bester Erzähllaune. Er thronte im Foyer auf der kleinen Bühne in einem bequemen Sessel und schilderte unterhaltsam, wie er sich seinen Traum vom Musiktheater erfüllte.

 

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In diesem Jahr feiert Holger Hagemeyer ein doppeltes Jubiläum: 20 Jahre Theaterschaffen und 10 Jahre Theater an der Niebuhrg.  Zum Jubiläum brachte er mit „Tarot“ das Musical wieder auf die Bühne, mit dem alles begann.

 

Rund 35 Musicaldarsteller gehören zur Stammbesetzung, die regelmäßig verpflichtet werden. 9 Angestellte stehen in Lohn und Brot. Mehr als 200 Veranstaltungen pro Jahr auf dem Programm, häufig sogar 2 Aufführungen am Tag. Wie viel Kulissen dazu geschoben werden müssen, war beim anschließenden Rundgang anschaulich zu sehen. Aus Sparzwängen heraus werden nicht jedes Jahr neue Kulissen gebaut, sondern vorhandenes Material mehrmals recycled oder bis zur nächsten Nutzung eingelagert. Denn Platz gibt es in der Niebuhrg reichlich. Noch längst sind nicht alle Räume hergerichtet.

 

Aktuell wird die erste Etage des Haupthauses mit großem Aufwand saniert. Dort soll eine Mehrgenerationen-WG entstehen, mit großem Gemeinschaftssaal. Einer der ersten Mieter will der Buhrgherr persönlich sein. Bis es dazu kommt, wird noch einige Zeit vergehen, denn Holger Hagemeyer hat noch viele Baustellen.

 

In den Kellerräumen haben sich einige Künstler ein Atelier eingerichtet. Es gibt Platz für Proberäume und einen Raum für holzbearbeitende Senioren. Unter der Kelleretage sind weitere Hohlräume, die aber vom Grundwasser geflutet sind und zu Servicearbeiten mit dem Paddelboot befahren werden. Selbst ein kleiner See mit Brunnen befindet sich unter dem Haus. Der Wasserspiegel ist eng mit dem Wasserstand des Rheins verbunden. Die größte Überraschung liegt unter der Wiese vor dem Theaterhaus. Dort befindet sich unter großen Säulengängen ein weiterer See mit bisher unbekannter Tiefe.

 

Der faszinierende Rundgang endete im Foyer des Theaters, wo bei einem kleinen Imbiss neue Kontakte geknüpft wurden.